Premium Gold – alles neu – auch die Pflege?

Klar war, dass wir mit der Eröffnung der neu gebauten Premium Gold-Station auch die Prozesse von Grund auf überdenken müssen. Diesbezüglich wurde im Frühsommer an verschiedenen Veranstaltungen ein sogenannter Blueprint (Methode zur Visualisierung von Dienstleistungsprozessen) erstellt. Alle am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen, was nicht wenige sind, durchdachten den Prozess des Patienten vom Moment der Anmeldung in der Klinik, über den Eintritt bis zum Austritt. Neue Ideen wurden eingebracht, immer im Fokus, für den Patienten alles reibungslos und möglichst im Hintergrund zu organisieren. Dies, damit er sich vor und während dem Aufenthalt in der Merian Iselin Klink bestens betreut, ernst genommen und aufgehoben fühlt. Der Hotel- und damit der Servicegedanke war ebenso zentral, wie auch die pflegerisch-therapeutische Betreuung. Schnell wurde deutlich, dass die Umsetzung des neu angedachten Konzepts auch mit zusätzlichem Ressourceneinsatz verbunden sein wird. Dieser Tatsache Rechnung zu tragen und in der Zusammensetzung des Teams eine passende Auswahl zu treffen, war eine spannende Arbeit. Eine neue Berufsgruppe - Hotelfachangestellte - sollte das neue Konzept abrunden. Diese neue Berufsgruppe wurde in das Pflegeteam integriert. Es war eine beträchtliche Herausforderung für das Leitungsteam, die neuen Abläufe zu definieren und einzuüben.

Prozessbesprechungen, ein Teamevent mit allen Berufsgruppen, gemeinsames Einrichten der neuen Station haben die Vorfreude verfestigt und mit Stolz und einer Portion Respekt die Eröffnung erwarten lassen. Mitte Oktober, nach einer Umbauzeit von nicht einmal 1 ½ Jahren, war es dann soweit; Die mit Spannung erwartete Premium Gold-Station wurde bezogen und in Betrieb genommen. Dies im Klinikteil West, welcher umgebaut, erweitert und neu konzipiert wurde. Mit neuer räumlicher Anordnung, grosszügigen Patientenzimmern, neuer Technik und Elektronik und neuen Features in den Zimmern scheint uns das "Werk" gelungen.

Die Arbeit am Patienten hingegen ist gleich geblieben, desgleichen die der Ärzte, und dennoch hat der fulminante Start das ganze Team gefordert. Das Pflegemodell, erarbeitet von Patricia Benner, beschreibt die 5 Stufen der Pflegekompetenz - Ebene des Anfängers, des fortgeschritten Anfängers, der fachlichen Kompetenz, der Erfahrung und die Ebene des Experten- welches im Umgang mit neuen Situationen hilft. Ein Start mit einem neuen Projekt in dieser Dimension hat kurzzeitig grossen Einfluss auf das Verhalten von Menschen, die aus ihren gewohnten, eingeschliffenen Prozessen von einem Tag auf den anderen mit neuen Abläufen konfrontiert sind. Nichts scheint zu funktionieren, die neue Technik hat Kinderkrankheiten und beschäftigt zusätzlich neben der eigentlichen Pflegetätigkeit. „Wo ist die Erfahrung geblieben, wo ist die eigene Sicherheit, bin ich noch im selben Betrieb?“ könnte sich Mann/Frau fragen. Es ist nicht einfach, sich eingestehen zu müssen, dass es plötzlich nicht mehr so einfach von der Hand geht. Das Modell von Patricia Benner hilft zu verstehen und alles besser einordnen zu können. Gegenseitiges Verständnis, Respekt für die besonderen Umstände, wie auch das Wissen, dass es in ein paar Wochen ganz anders aussieht, halfen über die ersten Hürden hinweg. Und dennoch: zufriedene Patienten und Ärzte, mit wohlgemeinten und verständnisvollen Hinweisen, erlebten in der Startphase eine überaus freundliche, kompetente und motivierte Pflegecrew. Es erfüllt die Verantwortlichen denn auch mit grosser Freude und Befriedigung, dass dieser Start gelungen ist und nach nicht einmal zwei Monaten gesagt werden kann, dass alle wieder zu ihrer Sicherheit gefunden haben und stolz sind, im Premium Gold arbeiten zu dürfen.

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