Neue Erkenntnisse der MR-Bildgebung bei Gelenkersatz: Vermeidung von metallbedingten Artefakten

Der komplette Hüftgelenksersatz ist Therapie der Wahl bei Patienten mit fortgeschrittener Osteoarthritis. Dank grosser Fortschritte der Operationstechniken ist diese Operation in den letzten Jahren zu einem unkomplizierten Routineeingriff geworden, aber dennoch treten gelegentlich Komplikationen im Heilungsverlauf oder spätere Dysfunktionen auf. Um diese Komplikationen einwandfrei zu diagnostizieren, ist der Einsatz des MRTs unumgänglich. Allerdings: Bisherige MRT-Sequenzen konnten aufgrund des metallischen Gelenkersatzes nur stark artefaktgestörte Bilder generieren, was die diagnostische Sicherheit beeinträchtigte.

Thorsten Wischer und Thomas Egelhof, Radiologen am Radiologischen Institut der Merian Iselin Klinik, haben gemeinsam mit Physikern des Universitätsspitals Basel an dieser Problematik gearbeitet und Sequenzeinstellungen optimiert, welche nun die artefaktarme Bildakquise bei gleichzeitig akzeptablen Scanzeiten erlaubt. „Die MRT-Bildgebung bei Patienten mit metallischem Gelenkersatz hat sich in der Vergangenheit durch neue Sequenzen, beispielsweise die Slice Encoding for Metal Artefact Correction (SEMAC) Technik, zwar verbessert, Nachteil dieser neuen Sequenzen war jedoch die stark erhöhte Scanzeit, die eine zusätzliche Belastung für Patienten darstellt“, erklärt Thorsten Wischer.

Die von der Studiengruppe optimierten und individuell an den jeweiligen Gelenkersatz angepassten Sequenzen stellen eine schnelle und sichere Alternative zur artefaktarmen Darstellung bei Gelenkersatz im MRT dar. Präsentiert wurden die Ergebnisse vor internationalen Fachkollegen auf dem diesjährigen European Congress of Radiology (ECR) Anfang März in Wien, eine weitere Posterpräsentation folgt auf dem jährlichen Kongress der International Society for Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM), der vom 30. Mai bis zum 5. Juni in Toronto stattfindet.

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